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24Aug/104

DVB-C vs. DVB-S vs. DVB-T

Jedem ist bestimmt schon einmal einer dieser Begriffe untergekommen. DVB steht für “Digital Video Broadcast” und bedeutet die digitale Ausstrahlung des Fernsehprogramms, der Buchstabe dahinter steht für die Empfangsart. C= Cable (Kabel), S = Satellite (Satellit), T = Terrestrial (Terestrisch, per Antenne), H (Handy). Letzeres beachte ich gar nicht, weil es sich in Deutschland nicht durchgesetzt hat und in absehbarer Zeit wohl auch nichts weiter dazu kommen wird.

 

DVB-C
DVB-C ist zwar die einfachste Variante, digitales Fernsehen zu bekommen, leider in den meisten Fällen aber die teuerste. Man benötigt einen Kabelanschluss, eventuell ein Digitalpaket vom Anbieter und eine DVB-C-Box wie z.B. die dBox. Qualität und Datenrate ist für dem Empfang einfach nur Klasse, allerdings ist man auf den Kabelanbieter angewiesen, manche speisen kostenlos das komplette Digitalpaket ein, andere verlangen dafür zusätzlich zur Grundgebühr noch eine zusätzliche Gebühr. Außerdem akzeptieren nicht alle Anbieter, alle digitalen Boxen, man sollte sicher vorher also erkundigen.

Eine schöne Variante, wenn man schnell digital Fernsehen möchte, allerdings nicht gerade die günstigste. Es wird auch gerade über DVB-C2 nachgedacht, welches vor allen HD-Inhalte anbieten soll. SD-Inhalte wird es weiterhin über DVB-C geben.

 

DVB-S
DVB-S zeichnet sich durch anfangs hohen Installationsaufwand aus, dies zahlt sich allerdings auch schnell wieder, denn bis auf die einmaligen Anschaffungskosten zahlt keine monatlichen Gebühren. HD-Inhalte von öffentlich-rechtlichen Sendern über DVB-S2 gibt es außerdem kostenfrei. Man benötigt einen Parabolspiegel (mindestens 60cm), einen Universal-LNB (Low-Noise-Blockconverter), je nach Ausstattung für 1,2,4,8 oder beliebig viele Teilnehmer (mit Multischalter), was genau zu beachten ist, schreibe ich eventuell später in einen anderen Blogpost, dies würde den Rahmen dann doch sprengen, außerdem benötigt man noch Kabel, mindesten 2 F-Stecker und nat. einen digitalen Satelliten-Receiver (DVB-S/S2-Box), sowie Befestigunsmaterial für den Spiegel. Komplettsets gibts es z.B. bei Technisat, dort kann man sich auch sicher sein, das man sowohl einen Qualitativ hochwertigen Parabolspiegel, als auch einen für Pay-TV vorbereiteten hochwertigen digitalen Satelliten-Receiver bekommt. Wenn dies gemacht hat, muss man den Spiegel sowohl vertikal als auch horizontal auf einen Satelliten wie Eutelsat 13° Ost oder Astra 19,2° Ost ausrichten. Es gibt auch Möglichkeiten mehrere Satelliten zu empfangen, allerdings würde auch dies den Rahmen hier komplett sprengen.

Hohe Flexibilität, freie Programmwahl, komplette Unabhängigkeit von einen Anbieter zeichnet DVB-S aus, allerdings ist der Erstinstallationsaufwand sehr hoch. Aber selbst meine jüngere Schwester hat sich für DVB-S entschieden, weil sie es nicht einsieht, für Kabelfernsehen in ihrer Wohnung zu bezahlen. Die Einrichtung ist nicht unmöglich, allerdings gibt es ein paar Stolperfallen zu beachten, gerade bei DVB-S sollte man nicht an den Komponenten sparen, ansonsten ärgert man sich eventuell später über ein mieses Gerät und das fängt schon bei der Satelliten-Receiverwahl an. Wer Komfort möchte, kann dies nicht von einen 10€-Gerät erwarten. Über DVB-S2 gibt es viele HD-Inhalte kostenlos, nur wer RTL,ProSieben und co. in HD sehen möchte, muss dafür ein HD+-taugliches Kaufen und im Jahr dafür 50€ bezahlen. Wohlgemerkt pro Smart-Card bzw. Gerät.

 

DVB-T
DVB-T, das Überall-Fernsehen, was nicht überall ist. Eigentlich lohnt sich die Anschaffung von DVB-T Geräten so gut wie gar nicht. Die Senderwahl geht meist nicht über 20 hinaus, viele Bundesländer bekommen nur öffentlich-rechtliche Sender, manche Regionen empfangen es gleich gar nicht. Die Anschaffungskosten und der Installationsaufwand sind dafür vergleichsweise gering. Man benötigt nur eine Zimmerantenne und eine DVB-T-Box. Desweiteren ist die Datenrate um einiges geringer als bei DVB-C und DVB-S, was sich dann durch ein pixeliges Bild bemerkbar ist. Für mich ist DVB-T bis jetzt noch keine alternative um Digitales Fernsehen zu empfangen. HD-Inhalte können mit DVB-T ebenfalls nicht empfangen werden, außerdem verschlüsselt RTL sein Sender (RTL, RTL2, SuperRTL, VOX, RTL Living, RTL Crime, RTL Passion) über DVB-T bereits in Berlin, was das Angebot noch unattraktiver macht.

DVB-T macht einfach noch einen unfertigen Eindruck, die Senderauswahl ist leider meist sehr bescheiden, private Sender verschlüsseln Ihre Kanäle teilweise. Ich kann nur jedem dringend davon abraten, zumindest im jetzigen Stadium ist alles noch sehr unausgereift, eventuell sieht das ganze in 5 Jahren wieder ganz anders aus.

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Kommentare (4) Trackbacks (0)
  1. Danke für die tolle Zusammenfassung. Hast dir wohl meine Fernseheskarpaten als Ansporn genommen, das mal niederzuschreiben?

    Dabei kann man gleich mal Werbung für den Wohnraum Schmalkalden machen. Warum? In Schmalkalden unterliegt die Fernsehverkabelung einem Verein und die Empfangsanlage wird gemeinschaftlich getragen. Das heißt für einen lumpigen Obulus bekommt man einen großen Teil des Astra-Programms in Digital frei Haus.

  2. Japp genau. Demnächst kommt auch nochwas zu DVB-S, zu DVB-C kann ich leider nicht soviel sagen, hab ich absolut kein Plan von. Aber eventuell könntest du mich da ja auch Unterstützen. Allgemein könnte in meiner Technik Rubrik noch nen bisschen mehr Inhalt sein ;).

  3. Hallo. Schöne Zusammenfassung, aber in einem Punkt muss ich dich berichtigen: Man benötigt nicht unbedingt eine 60cm Schüssel um DVB-S(2) zu empfangen, auch mit z.B. 33cm hat man in DE schon guten Empfang 😉

  4. Ja das ist richtig, allerdings ist das dann auch ne etwas andere Bauform. Darauf gehe ich später noch genauer ein, weil ich eh noch ein Spezial über DVB-S machen werde.


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